Der Leitbruch-Ausbildungsnachweis
Ausbildung sichtbar machen. Fähigkeiten einschätzen. Verantwortung übernehmen.
Ein brauchbarer Jagdhund entsteht nicht durch eine einzelne Prüfung. Er entwickelt seine Fähigkeiten durch eine fundierte Ausbildung, regelmäßige praktische Arbeit und Erfahrung im Revier. Ebenso wichtig ist ein Hundeführer, der seinen Hund versteht, seine Leistungen richtig einschätzen kann und weiß, wo dessen Stärken und Grenzen liegen.
Der Leitbruch-Ausbildungsnachweis macht diesen gemeinsamen Ausbildungsweg nachvollziehbar. Er dokumentiert die erworbenen Fähigkeiten und den erreichten Ausbildungsstand eines jagdlich geführten Hundes und gibt Orientierung für die weitere Entwicklung des Gespanns.
Was der Ausbildungsnachweis umfasst
Die Ausbildung bei Leitbruch richtet sich immer an Hund und Hundeführer. Denn nur wenn beide lernen und sich weiterentwickeln, kann ein verlässliches Jagdgespann entstehen.
Ausbildung des Jagdhundeführers
- Rassenkunde, Rassemerkmale und jagdliche Anlagen
- Lernverhalten und Lerntheorien
- Grundlagen der Hundeerziehung und Hundeausbildung
- Rechtliche Grundlagen und Vorschriften für den jagdlichen Hundeeinsatz
- Erste Hilfe für den Jagdgebrauchshund
- Einschätzung und Beurteilung der eigenen Arbeit mit dem Hund
Ausbildung des Jagdhundes
- Alltagstauglichkeit und sicheres Verhalten im Jagdbetrieb
- Sozialverhalten gegenüber Menschen und anderen Tieren
- Verhalten am kalten Wild und ein sorgfältiger Umgang mit dem Wildbret
- Arbeitswille und Ausdauer bei der Suche nach krankem und verletztem Wild
- Zuverlässige Zusammenarbeit mit dem Hundeführer
- Selbstständiges und situationsgerechtes Arbeiten im jagdlichen Einsatz
Wozu dient der Ausbildungsnachweis?
Der Leitbruch-Ausbildungsnachweis dient der Einschätzung und Dokumentation einer fundierten jagdlichen Ausbildung. Er unterstützt Hundeführer dabei, den Ausbildungsstand ihres Hundes realistisch zu beurteilen und die eigene Arbeit regelmäßig zu hinterfragen.
Er ist rassenübergreifend angelegt und steht nicht in Konkurrenz zu den Prüfungen der Zucht- und Prüfungsverbände oder Jagdhundevereine. Zuchtziele, besondere rassespezifische Leistungen und Wettkampfgedanken stehen nicht im Mittelpunkt. Entscheidend sind die Fähigkeiten, die ein Hund für seine jagdlichen Aufgaben tatsächlich benötigt.
Die Teilnahme ist freiwillig. Der Ausbildungsnachweis ist kein Ersatz für gesetzlich vorgeschriebene Nachweise oder jagdrechtliche Anforderungen. Er ist ein Instrument zur Selbstevaluierung und zur verantwortungsbewussten Einschätzung des eigenen Gespanns für die Arbeit auf Niederwild und Schalenwild. Eine Erweiterung auf Raubwild ist im Rahmen der Niederwildausbildung möglich.
Die Leitbruch-Hutnadel
Die erreichte Ausbildungsstufe wird mit einer Leitbruch-Hutnadel und einer Urkunde dokumentiert. Niederwild und Schalenwild werden dabei getrennt bewertet und ausgezeichnet.
- Bronze: Erster Ausbildungsnachweis
- Silber: Erste Verlängerung
- Gold: Zweite Verlängerung,
anschließend gültig auf Lebenszeit
Die Hutnadel steht für den erreichten Ausbildungsstand und die Bereitschaft, sich kontinuierlich mit der Arbeit des eigenen Hundes auseinanderzusetzen.
Wie wird der Ausbildungsnachweis erworben?
- Mindestens eine Teilnahme am Praxiswissen für den Jagdhundeführer oder an der Basisausbildung in einem der Leitbruch-Partnervereine.
- Mindestens zwei Teilnahmen an den Leitbruch-Praxistagen
- Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusstraining der jeweiligen Sparte.
Laufende Ausbildung und Verlängerung
- Mindestens zwei Teilnahmen an den Leitbruch-Praxistagen
- Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusstraining der jeweiligen Sparte.
Ausbildung ist ein gemeinsamer Weg
Der Leitbruch-Ausbildungsnachweis soll nicht dazu verleiten, möglichst schnell eine Auszeichnung zu erreichen. Er soll dazu anregen, dranzubleiben, Erfahrungen zu sammeln und die Fähigkeiten des eigenen Hundes immer wieder neu einzuschätzen.
Denn gute jagdliche Arbeit entsteht nicht auf dem Papier. Sie zeigt sich draußen im Revier, wenn Hund und Führer als Gespann zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen.
Leitbruch. Ausbilden statt abarbeiten.
Gute Ausbildung beginnt mit dem richtigen Blick auf den Hund.